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Eines muss man dem russischen Komponisten MAXIM SELOUJANOV lassen: wenn er eine Folge aus der Neue-Musik-Serie Die rote Brille-Kammerkonzert kuratiert, so hat das Programm stets „Hand und Fuß“, soll heißen, es ist stimmig vom Detail bis zum Rahmen zusammengestellt, so dass es selbst zum Kunstwerk wird. Nun wissen wir schon länger, dass es zwei Klassiker gibt, die Seloujanov schätzt: der eine ist Liszt, der andere ist BEETHOVEN. So scheint es nicht verwunderlich, wenn er hier im Titel ausruft: „Danken Sie Beethoven!“ Dazu findet er das insbesondere bei zwei Beethoven-Werken gut eingespielte Duo mit Basis in Wien: Die lettisch-russische Violinistin TAISIYA ZINOVA und den russischen Pianisten ADIL SABEROV. Sie haben etwa BEETHOVENs Werke Sonate Nr. 8 G-Dur oder die Klaviersonate Nr. 23 (Appasionata) im Repertoire.
Leidenschaft hat auch Beethovens „Sturmsonate“ zu bieten, die der kroatisch-stämmige Münchner und Mozarteum-Salzburg-Absolvent DAMIR SERTIC als Inspiration für sein Werk „Ero(t)ica. Just read Shakespeare´s Tempest!“ nimmt. Er meint über seinen Zugang: „Mit der offiziellen Betitelung zitiere ich Beethovens eigene Äußerung über den Schlüssel zu seiner „Sturmsonate“, deren 3. Satz für mich persönlich immer schon sein wohl erotischstes Stück darstellte, – diese drängende, unerbittlich fortwährende und doch zu zügelnde Sechzentelbewegung im 3/8-Takt mit ihren unerwarteten harmonischen Ausflügen und den häufigen dynamischen sub. p-Rückziehern … Für meine sphärische Hommage erlaubte ich mir lediglich die Motive des Kopfthemas in eigener Weise harmonisiert durcheinanderzuwürfeln, bis sie irgendwann in der richtigen Reihenfolge aneinandergereiht den Zuhörer das Phantom des Originals erahnen lassen. Hierbei legte ich Wert darauf, Beethovens Melodietöne original beizubehalten.“
Inwiefern die hinsichtlich Aussage und Melodie äußerst geschmackvoll komponierende Russin ALEXANDRA KARASTOYANOVA-HERMENTIN (geb. 1968), sowie der in Österreich lebende Tscheche OTTO WANKE (geb. 1989) mit Beethoven an diesem Abend in Verbindung gebracht werden, bleibt eine Überraschung. Ziemlich sicher ist jedoch, dass die Uraufführung von MAXIM SELOUJANOV (geb. 1967) einen Bezug haben wird. Denn er meinte ja selbst zu Beginn seiner Programm-Konzeption, dass er zu dem an diesem Abend geplanten Literaturbeitrag des in Oberösterreich lebenden Bayern SVEN DAUBENMERKL ein passendes musikalisches Umfeld gestalten wolle. Da wird sein eigenes Werk wohl nicht aus dem Rahmen fallen!
Und auch bei einem weiteren Akteur ist von einer Reaktion auf die Stimmung des Abends auszugehen: Denn WALTER BACO ist – wie immer – mit seiner charmanten Klavierimprovisation vertreten, wobei er immer auf Geplantes oder Gehörtes eingeht.
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DIE ROTE BRILLE – „Danken Sie Beethoven!“,
kuratiert von MAXIM SELOUJANOV
Violine: TAISIYA ZINOVA
Klavier: ADIL SABEROV
Klavier-Improvisation: WALTER BACO
Literatur: SVEN DAUBENMERKL
Moderation: MAXIM SELOUJANOV
Fr 29.5.2026, 19h
Roter Salon der Oesterreichischen Interpretengesellschaft (OESTIG LSG),
Wipplingerstraße 20 EG, 1010 Wien
Freie Spende
Reservierungen online oder unter: rotersalon(at)oestig.at