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Man kann sagen: das
ist die Saison der ganz starken Frauen und erfolgreichen Senkrechtstarterinnen jüngster
Generation, die sich bei der etablierten Starpianistin LILYA ZILBERSTEIN an der
mdw das gewisse Etwas holen: nach der erfrischend-temperamentvollen LIIA
KOPYLOVA und der klug akzentuierenden MARIAM PITSKHELAURI – beide aus Russland – treffen wir in der 53. Folge der
Serie Stars von Morgen im
ersten Bezirk erstmals auf eine Schweizerin, die in den letzten Jahren
bedeutende internationale Preise abräumt: auf Pianistin JAVELYN KRYEZIU.
Ihre gefühlvolle Hingabe an den Moment der Musik ist bemerkenswert, und das,
obwohl sie erst 22 Jahre alt ist.
Ihr Programm beginnt mit MOZARTs Klaviersonate c-Moll (KV 457), vollendet 1784, eines seiner ausdrucksstärksten Werke und geprägt vom Geist des „Sturm und Drang“ mit dramatischen Kontrasten, polyphoner Dichte und chromatischer Tiefe. Es folgen die Zwei Rhapsodien op. 79 von JOHANNES BRAHMS, 1880 uraufgeführt, die mit dramatischen Spannungsbögen, orchestraler Klangfülle und sinfonischen Ausmaßen zu den bedeutendsten Klavierwerken der Spätromantik zählen. In h- und g-Moll erklimmen die zwei Stücke ausgehend von innerer Unruhe, weiten Akkordgriffen und impulsiven Ausbrüchen einen leidenschaftlichen, finalen Coda-Gipfel.
Abermals ein Meisterwerk der Spätromantik sind die 1903 geschaffenen Zehn Préludes op. 23 von SERGEI RACHMANINOV. Der Zyklus umfasst Stücke in allen zwölf Tonarten, angefangen beim berühmtesten Werk der Sammlung, Nr. 5 g-Moll Alla marcia – bekannt für seine treibende Marsch-Rhythmik und den lyrischen Mittelteil – bis hin zu intimen Miniaturen.
Albertigruß, 2018 von Zeitgenosse MAXIM SELOUJANOV geschaffen, der die Serie auch leitet, sorgt danach für drei Minuten für einen Kontrast. Der Titel spielt wahrscheinlich humorvoll bzw. konzeptuell auf den bekannten musikalischen Begriff der Alberti-Bässe (typisch zerlegte Dreiklänge im Barock nach Domenico Alberti) an, bricht diesen jedoch im Stil der heutigen Avantgarde.
Das feierliche Finale bildet schließlich SERGEI PROKOFJEW mit seinem Erstlingswerk von 1909 Klaviersonate Nr. 1 in f-Moll, op. 1, bestehend nur aus einem Satz und noch stark von der russischen Spätromantik beeinflusst, ein Zeitabschnitt, der es JAVELYN KRYESZIU besonders angetan zu haben scheint.
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Programm:
STARS VON MORGEN – Pianistin JAVELYN
KRYEZIU
W. A. MOZART: Klaviersonate
c-Moll (KV 457)
Molto
allegro. Adagio. Allegro assai.
JOHANNES BRAHMS: Zwei Rhapsodien op. 79
Agitato,
h-Moll.
Molto passionato, ma non troppo, g-Moll.
SERGEJ RACHMANINOV: Zehn Préludes op. 23
1. Largo, fis-Moll. 2. Maestoso, B-Dur.
3. Tempo di minuetto, d-Moll. 4.
Andante cantabile, D-Dur.
5. Alla marcia, g-Moll. 6.
Andante, Es-Dur.
7. Allegro, c-Moll. 8. Allegro vivace,
As-Dur.
9. Presto, es-Moll. 10. Largo, Ges-Dur
MAXIM SELOUJANOV: Albertigruß
SERGEJ PROKOFJEV: Klaviersonate Nr. 1 op. 1, f-Moll
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JAVELYN KRYEZIU, 2004 in Zürich geboren, Klavierunterricht ab
sechs bei Sarah Haessig. Bereits elf Jahren Auftritt mit Maria João Pires.
Studium bei Dmitri Demiashkin am Musikschule Konservatorium Zürich (MKZ)
sowie im PreCollege der Zürcher
Hochschule der Künste (ZHdK) fort, seit 2020 an der Universität für
Musik und darstellende Kunst Wien, Vladimir Kharin, aktuell bei Prof. Lilya
Zilberstein.
Zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben: 2023 1. Preis mit
Auszeichnung in der Kategorie Klavier solo im Finale des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs
(SJMW) in Lugano, 2. Preis beim Internationalen Schubert-Wettbewerb
in Riehen. 2024 „Prima la Musica“-Gold und Bundessiegerin in Österreich gekürt.
2026 1. Preis beim Lions Musikpreis Schweiz und Vertretung der Schweiz
im Oktober 2026 im europaweiten Finale. Auftritte mit zahlreichen Orchestern,
darunter unter Leitung von Mark Mast, Nicolas Radulescu, Lawrence Golan und
Roman Walker. Stipendiatin der Stiftung Lyra sowie der Stiftung Ruth und Ernst
Burkhalter, zudem unterstützt vom Rotary Club und von Privatpersonen.
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STARS VON MORGEN
Klavier: JAVELYN KRYEZIU
Moderation:
MAXIM
SELOUJANOV
Werkeinführung: EVGENIIA LIANSKAYA-LININGER
Fr 19.6.2026, 19h
Roter Salon
der Oesterreichischen Interpretengesellschaft (OESTIG LSG), Wipplingerstraße 20
EG, 1010 Wien
Freie Spende
Reservierungen online oder unter rotersalon(at)oestig.at