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"lost & found" CD-Präsentation

URSULA ERHART-SCHWERTMANN (Violoncello) & ELISABETH AIGNER-MONARTH (Klavier)

Datum: 26.09.2026
Beginn: 19:00
Ort: Roter Salon der OESTIG LSG
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URSULA ERHART-SCHWERTMANN blickt auf eine lange Solo- und Orchesterkarriere als Violoncellistin zurück, die seit 2012 komponiert und seit einigen Jahren INÖK-Präsidentin ist.
ELISABETH AIGNER-MONARTH ist eine interpretatorisch starke Pianistin mit mdw-Professur.

In beiden Musikerinnen stecken damit Facetten jener gefundenen und von ihnen interpretierten Komponistinnen des 19. und 20. Jahrhunderts, die sie in diesem Konzert präsentieren. Allerdings sind Publikation und Aufführungspraxis für die beiden heute ungleich leichter als für jene früher. Denn vor allem weibliche Komponistinnen waren in der öffentlichen Musikpraxis unschicklich und wurden wenig ernst genommen. Sie komponierten im Verborgenen als musikalisch hochbegabte Ehefrau und Mutter, als Geliebte oder Begleitmusikerin. Und schafften sie es zu Lebzeiten doch in die Öffentlichkeit, hatten sie es danach schwer, in die lebende Musikgeschichte übernommen zu werden. Über die CD lost & found, erschienen bei Gramola, gelangen nun über 15 Charakterstücke von solchen Komponistinnen ins gegenwärtige Rampenlicht.

Am einfachsten war die Veröffentlichung für musikalisch schöpferische Frauen, wenn sie - wie die skandinavisch-deutsche Pianistin und Komponistin INGEBORG MARIA WILHELMINA BRONSART VON SCHELLENDORF (1840-1913) aus Russland als Franz-Liszt-Schülerin - in den deutschen Adelsstand eines späteren Theater-Generaldirektors einheirateten, denn dann wurde ihre Musik – hier live: Elegie für Violoncello und Klavier C-Dur, op. 14 – im Rahmen von Hauskonzerten aufgeführt, beziehungsweise im Falle von Schellendorfs Opern auch an großen Häusern programmiert.
CLEMENCE DE GRANDVAL (1828-1907) entstammt selbst dem Adelsgeschlecht und hatte Chopin und Saint-
Saëns als Lehrer und bedeutende Fürsprecher. Sie feierte zwischen 1860 und 1892 vor allem mit ihren Opern und Operetten große Erfolge.

Engländerin ETHEL BARNS (1874-1948) schaffte den professionellen Bühnen-Einstieg als Geigerin und Pianistin und heiratete kurz vor der Jahrhundertwende den Bariton Charles Phillips. Sie gründeten zusammen in London eine 20 Jahre dauernde Konzertserie, um Ethels Originalkompositionen aufzuführen. In diesem Rahmen wird
L'Escarpolette (Die Schaukel) für Violine und Klavier A-Dur, Fassung für Violoncello und Klavier aufgeführt.
Engländerin ETHEL ROSALIE GLOVER, geborene HARRADEN (1857-1917), hatte eine gute Position durch Herkunft und Ehemann, der eine Tageszeitung herausgab, wo sie Kritiken verfasste. So schaffte sie es auch mit ihren Balladen und ihrer Bühnenmusik zu lokalem bis überregionalem Ansehen. AIGNER-MONARTH und ERHART-SCHWERTMANN werden ihr Werk
Tristesse (Traurigkeit), eine Romanze ohne Worte für Violoncello und Klavier, zum Besten geben.

Häufige Rückschläge hatte Dänin HILDA SEHESTED (1858-1936) zu ertragen. Nach Studien in Kopenhagen und Paris waren ab 1890 erste Kompositionen in romantischem Stil entstanden. Dann starben ihre Mutter und ihr Verlobter, was sie zum Studium der Orgel ohne Hoffnung auf eine feste Anstellung bewegte. Sie gründete als Vorstand ab 1911 eine Kammermusik-Organisation, doch ihre Oper wurde vom Königlichen Theater 1914, angeblich wegen des Kriegs, abgelehnt, 1916 kamen dann endlich ein paar Erfolge, wonach sie sich dem Impressionismus zuwandte.

Geradezu identitätsverweigernd war das Schicksal von Französin MÉLANIE HÉLÈNE BONIS (1858-1937), die ihre 300 Kompositionen im Stil der Spätromantik bis zum Impressionismus zumeist unter dem Namen MEL BONIS publizierte. So schaffte sie es zum Druck durch namhafte Verlage.
Auf die gleiche Weise machte es die Amerikanerin AMY MARCY BEACH (1867-1944) – ein Wunderkind mit absolutem Gehör und hauptsächlich autodidaktischer Ausbildung –, die unter dem Pseudonym H. H. A. BEACH (den Initialen ihres 25 Jahre älteren Ehemannes!) als erste amerikanische Frau eine Sinfonie komponierte. Sie wurde später eine prominente Figur unter den Verfechtern der Frauenemanzipation, was ihr mehrere Kompositionsaufträge für Weltausstellungen von1893 bis 1915 einbrachte. Nach dem Tod ihres Mannes 1910 ging sie mit eigenen Werken auf eine dreijährige Tournee nach Europa.
AMY BEACH war von 1925 bis 28 Vorsitzende der „Association of American Women Composers”. Der Kompositionsstil ihrer 300 Werke wird zur Spätromantik mit folkloristischen Einflüssen gezählt.



lost & found - CD-Präsentation

Klavier: ELISABETH AIGNER-MONARTH
Violoncello: URSULA ERHART-SCHWERTMANN

Sa 26.9.2026, 19h

Roter Salon der Oesterreichischen Interpretengesellschaft (OESTIG LSG), Wipplingerstraße 20 EG, 1010 Wien

Freie Spende

Reservierungen online oder unter: rotersalon(at)oestig.at

 
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