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STARS VON MORGEN

Pianist Ryoma Takagi

Datum: 20.10.2018
Beginn: 19:30
Ort: Roter Salon der OESTIG LSG

Ryoma Takagi Stars von Morgen

8. Folge der Serie „STARS VON MORGEN“ von Komponist MAXIM SELOUJANOV, der darin hoffnungsvolle Musiker-Persönlichkeiten mit neuen Interpretationstendenzen aufzeigen will. Traten bisher – mit Unterstützung der Kultur-Innere-Stadt – die mdw-Piano-Studenten und  -Absolventen von der russischen Star-Pianistin LILYA ZILBERSTEIN im Roten Salon der OESTIG LSG auf, so wird diese Präsentation nun durch einen außergewöhnlichen mdw-Studenten des österreichischen Star-Pianisten MICHAEL KRIST unterbrochen: den 26-jährigen Japaner RYOMA TAKAGI. Doch eine Verbindung zu Prof. Zilberstein gibt es: RYOMA ist der vier Jahre ältere Bruder von deren Schülerin KAORUKO TAKAGI, die das Rote-Salon-Publikum im März dieses Jahres durch musikalische Perlen wie Chopins „Marche Funébre“ beeindruckte.

RYOMA TAKAGI wird nun ein Programm von Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts spielen, das mindestens so reizvoll ist: vor MODEST MUSSORGSKYs populärem, 1874 kreierten Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ spielt der mehrfache erste Preisträger RYOMA TAKAGI kürzere und mittellange Stücke: den Auftakt gibt er mit Norweger EDVARD GRIEGs „Es war einmal“ und „Sommerabend“, den ersten beiden romantisch-erzählerischen Nummern aus den 1901 veröffentlichten „Lyrischen Stücken“ Heft 10 Op.71. Sie sind Teil von 66 Klavierstücken, die Grieg als eine Art Tagebuch gleich einem Abbild seiner intimsten Lebensmomente über 38 Jahre hin verfasst hatte. Er ist mit seinen volkstümlichen, nordischen Elementen neben poetisch-entrückten, klangmalerischen Passagen ein Vorläufer des Impressionismus, zu dem wiederum die mit ihren unheimlichen, unvorhergesehenen Momenten subtil beunruhigenden „Images“  von CLAUDE DEBUSSY zählen, die der Franzose 1904 bis 1907 komponierte. Daraus will TAKAGI „Reflets dans l´eau“ spielen, die musikalische Umsetzung von wiederholenden Lichtreflexionen auf Wasser mit brillanten hochpeitschenden Wellenfiguren.

Das „Scherzo Op.31 Nr.2“ des mit polnischen Motiven im klassisch-erweiterten Stil spielenden Franzosen, FRÉDÉRIC CHOPIN, ist wieder früher entstanden, nämlich 1837. Es arbeitet mit einem kontrapunktartigen Motiv, wo auf eine wiederholt schnell gespielte, düstere Bass-Frage, eine erklärende Antwort in lyrischer Ausschweifung folgt. Gut hundert Jahre später – 1942 – vollendete Russe SERGEI PROKOFIEV die „Klaviersonate B-Dur Op.83 Nr.7“ inmitten des zweiten Weltkriegs, wofür er mit dem unter einer ästhetischen Doktrin eingerichteten" Stalinpreis zweiter Klasse" trotz ihrer exzentrischen und zugleich filigranen Anlage, die in der Harmonik die Grenzen der Atonalität berührt, ausgezeichnet wurde: die gigantische Kraft des Lebens scheint hier den gewaltsamen Tod zu übertrumpfen, in mit rasender Geschwindigkeit gespielten, alternierenden Wiederholungsmotiven, so expressiv-schnell, dass die exakten Hände und Finger einen Wischeffekt hinterlassen.  

Die Sätze von MODEST MUSSORGSKYs „Bilder einer Ausstellung“ beschreiben Gemälde und Zeichnungen dessen verstorbenen Freundes Viktor Hartmann. Regelrechte Ohrwürmer sind die wiederkehrende, anfängliche Promenade, die in leicht veränderter Abwandlung vor jeder Bildbeschreibung erklingt, sowie das quirlige „Ballett der unausgeschlüpften Küken“. Mussorgsky gilt als einer der eigenständigsten russischen Komponisten des 19. Jahrhunderts, der Kunst und damit Musik als Mittel zur Kommunikation sah und nicht als Ziel in sich selbst. – Deshalb ist seiner Musik auch mit echter Hingabe zuzuhören und nicht erst über einen Kampf des Verständnisvermögens. – Insbesondere, wenn ein vieldekorierter Pianist wie TAKAGI sie zu spielen versteht.

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Ryoma Takagi, geb. 1992 in Chiba, Japan. Ab 7 Klavierunterricht (Prof. Elena Ashkenazy), ab 16 bei Prof. Michael Krist 
und Prof. Hiroko Nakamura. Ab 2011: Universität fur Musik und darstellende Kunst Wien (Prof.
 Michael Krist), ab 2015: Accademia Pianistica Internazionale "Incontri col Maestro" in Imola (Prof. Boris Petrushansky). Kurse bei Arie Vardi, Paul Badura-Skoda, Andrzej Jasinski, Sergei Drensky, Tatiana Zelikman, Alexei Nasedkin, Vladimir Tropp, Dina Joffe, Dang Thai Son, Stephen Hough, Andrei Pisarev, Anna Malikova.
1. Preisträger: “The Second Moscow H. Neuhaus Festival of Young Pianists” (2003), “International Competition for young Pianists in Memory of Vladimir Horowitz” (2005), ''The 19th Hamamatsu International Piano Academy'' (2015), "38.Elena Rombro- Stepanow Klavierwettbewerb 2015", "The 26th Roma International Competition" (2016), “Dr. Josef Dichler Klavierwettbewerb” (mdw, 2018); 2. Preisträger: “14th Ettlingen International Competition” (2012), Bösendorfer Klavierwettbewerb 2015.
Auftritte in Japan, U.S.A., Österreich, Deutschland, Frankreich, England, Ungarn, San Marino, Italien, Russland und der Ukraine, Solist u.a. mit Orchestern: Wiener Kammer Orchester, Kiew National Philharmonie, Jaroslavli Philharmonie Orchester, Kanagawa Philharmonie, The Tokyo Symphonie Orchester und Tokyo Philharmonic Orchester

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Programm:

STARS VON MORGEN – Pianist Ryoma Takagi

EDVARD GRIEG          „Es war einmal“, e-Moll Nr.1 & „Sommerabend“, Des-Dur Nr.2
                                      aus „Lyrische Stücke“ im Heft X Op.71; 3,54 min & 2,23 min

CLAUDE DEBUSSY     „Reflets dans l´eau“, Des Dur
                                      aus „Images“, Heft I; 5,22 min

FRÉDÉRIC CHOPIN    „Scherzo Op.31 Nr.2“, b-Moll Op.31 Nr.2; 8,45 min                                       

SERGEI PROKOFIEV „Sonate B-Dur Op.83 Nr.7“ ; 17,57 min

MODEST MUSSORGSKY „Bilder einer Ausstellung“; 33,12 min
                                           10 Sätze für 10 Bilder:

                                           Das alte Schloss
                                           Die Tuilerien (Spielende Kinder im Streit)
                                           Ballett der unausgeschlüpften Küken
                                           „Samuel“ Goldenberg und „Schmuyle“
                                           Limoges. Der Marktplatz (Die große Neuigkeit)
                                           Die Katakomben (Römische Gruft)/
                                           Mit den Toten in einer toten Sprache
                                           Die Hütte auf Hühnerfüßen (Baba-Jaga)
                                           Das Heldentor (in der alten Hauptstadt Kiew)

                                    


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STARS VON MORGEN

Klavier: RYOMA TAKAGI
Moderation: MICHAEL KRIST

20.10.2018, 19h30

Roter  Salon der Oesterreichischen Interpretengesellschaft (OESTIG LSG), Wipplingerstraße 20 EG, 1010 Wien

Freie Spende

Reservierungen unter: rotersalon@oestig.at

 
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